Armeen und Uniformen

In dieser Rubrik finden Sie Beiträge mit Fokus auf die Formationsgeschichte, der Uniformierung sowie der Ausrüstung und Bewaffnung der an den Kriegen zwischen 1852 und 1871 beteiligten Armeen.

 

Im Jahre 1870 bestand die Infanterie der Staaten im Norddeutschen Bund aus insgesamt 96 Regimenter. Darunter befanden sich 12 Grenadier-, 11 Füsilier- und 73 Infanterie-Regimenter. In der folgenden Tabelle sind diese Regimenter mit ihren Bezeichnungen sowie den Chefs und Kommandeuren aus dem Jahr 1870 aufgeführt.

Nach der Niederlage der sächsischen Truppen im Krieg von 1866 an der Seite Österreichs trat das Königreich Sachsen dem Norddeutschen Bund bei und formierte in diesem mit seinen Truppen ein eigenes Armeekorps (das XII).

Die Infanterie Sachsens bestand zur Zeit der Reorganisation im Jahre 1867 aus acht Regimentern der Linieninfanterie.

Nach dem verlorenen Feldzug von 1866 an der Seite Österreichs bestand die bayerische Infanterie gemäß Verordnung vom 10. Mai 1868 aus sechzehn Regimentern mit je drei Bataillonen, die wiederum aus vier Kompanien zusammengesetzt waren.

 

Im ersten Band des Werkes über die Uniformierung und Ausrüstung der deutschen Armeen von 1870/71 war auch ein Kapitel über die Handfeuerwaffen der Truppen des Norddeutschen Bundes und der süddeutschen Staaten vorgesehen, konnte aber wegen Platzproblemen nicht mehr integriert werden können. Ein verkürzter Text wurde dann als Artikel im DWJ 7/2020 veröffentlicht. Hier soll nun der ursprüngliche Text, angereichert mit Abbildungen und weitergehenden Informationen zu den Handfeuerwaffen präsentiert werden und so eine Ergänzung zum erwähnten Werk zu liefern. Die Referenzen der Fußnoten können in der Bibliographie zu den Armeen der Zeit bzw. in der Bibliographie zur Kriegsgeschichte nachgeschlagen werden.

 

Zu Beginn des Feldzuges von 1870 existierten in der kaiserlichen Armee Napoleons III. insgesamt 100 Infanterieregimenter. Jedes dieser Regimenter bestand aus 3 Feld-Bataillonen zu jeweils 6 Kompanien und hatte eine Gesamtkriegsstärke von 2.500 Mann. Daneben existierten pro Regiment ein weiteres Bataillon à 4 Kompanien sowie ein Depot-Bataillon mit 2 Kompanien.